Kürzlich erschienen:
Abstract: Adelige Frauen und Männer der Frühen Neuzeit wirtschafteten mit ihrem Vermögen, konnten Karriere machen und verrichteten zweckdienliche alltägliche Tätigkeiten – sie agierten nach der Logik, die unserem heutigen Verständnis von „Arbeit“ entspricht. Die charakteristische Handlungs- und Denkweise der Menschen des frühneuzeitlichen Adels zielte mit diesen Aktivitäten auf die Stärkung, Reproduktion und Kontinuität familialer Macht ab. Der Beitrag, den adelige Witwen dabei leisteten, wurde in der geschichtswissenschaftlichen Literatur bisher vorwiegend mit ihren Positionen als Mütter und Vormundinnen in Verbindung gebracht. Sie waren dafür verantwortlich, die Kinder zu erziehen und deren zukünftige Vermögenswerte zu verwalten. Mit diesem Artikel soll der Blick auf das ökonomische Agieren adeliger Witwen erweitert werden.
Der Beitrag widmet sich dem ökonomischen Agieren Anna Marias von Breuner. Der Fokus liegt dabei weniger auf der Verwaltung ihrer Güter als vielmehr auf den täglichen Geschäften, die sich in und um ihren Lebensmittelpunkt in Wien abspielten. Briefe der Adelsfrau an ihrem Hofmeister geben Einblick in ihre dahingehenden Überlegungen und Entscheidungen. Ein weiterer Schwerpunkt des Beitrags liegt auf dem hohen Stellenwert, den ihre Familie für ihre wirtschaftlichen Aktivitäten einnahm. Anna Maria von Breuner pflegte einen engen Austausch mit ihrem Bruder Maximilian von Trauttmansdorff (1584 – 1650) sowie mit ihrer Schwester Elisabeth von Sinzendorf (1587 – 1653). Die Geschwister berieten sich gegenseitig in wirtschaftlichen Fragen und stellten sich Ressourcen zur Verfügung, um einander bei Investitionen und wirtschaftlichen Angelegenheiten zu unterstützen.
Kürzlich erschienen:
Florian Andretsch, Between punishment and protection: a noble insolvency and its governmental management in mid-eighteenth century Lower Austria, in: Continuity and Change 40, H. 2 (2025) 134-167, online unter: <https://www.cambridge.org/core/journals/continuity-and-change/article/between-punishment-and-protection-a-noble-insolvency-and-its-governmental-management-in-mideighteenthcentury-lower-austria/A413346090B200CBDE6934C24FCF987C>
Abstract: The historiography of bankruptcy and insolvency in the early modern era focusses on merchants and banks. The position of landowning noble elites in insolvency procedures has less often been explored. The Lower Austrian Lamberg seigneurial archive contains rich documentation on the insolvency procedures against the counts of Lamberg-Sprinzenstein – one of the largest landowning families in Lower Austria – between 1735 and 1768. Based on this source material, this article presents a case study treating the question of how political and judicial authorities in the Habsburg Empire dealt with insolvent aristocrats. The analysis is contextualized by a detailed reconstruction of the debt and asset structure of the Lamberg-Sprinzenstein estate. The most important policy enacted to regulate the debt crisis of the noble landowners was ‘judicial administrations’ during which a judicial official took over the administration of the landed patrimony and other assets. Compared to official norms regarding insolvency procedures, creditors had little say in how the debtors’ property was managed, and measures were taken to partially preserve the debtors’ wealth and social status. The majority of creditors were nobles. Non-noble creditors also acquired bonds on less favourable legal terms and ended up as losers in the debt crisis.
Konferenzteilnahme: Klassik Stiftung Weimar (04.-06.11.2025)
In ihrem Vortrag "Vererben ohne Nachkommen. Ökonomisches Agieren als Positionierungspraxis der adeligen Witwe Anna Maria von Breuner (1582-1642)" auf der internationalen und interdisziplinären Tagung "Chancen, Gewinne und Verluste. Frühneuzeitliche Fürstinnen in Phasen der Neuausrichtung" der Klassik Stiftung Weimar ging Claudia Rapberger der Frage nach, wie Vermögenswerte neu verteilt wurden, wenn potenzielle Erben bereits zu Lebzeiten ihrer Eltern verstarben, und welche Handlungsspielräume sich daraus insbesondere für verwitwete adelige Frauen ergaben, die sich zwischen Herkunfts- und Heiratsfamilie positionieren und auf unerwartete Brüche in der Erbfolge reagieren mussten.
Konferenzteilnahme: Money in Kind? (Klosterneuburg, 26. 09. 2025)
Florian Andretsch behandelte in seinem Vortrag "How to convert eggs into real estate prices? Conventions of evaluating seigneurial property among early modern great landowners in Upper Austria" im Rahmen des internationalen Workshops "Money in Kind? Dealing with monetary and in-kind values in the pre-industrial era" die Frage, wie adelige Grundherr*innen im frühneuzeitlichen Österreich bei Grundstücksverkäufen den Renten und Arbeitsleistungen bäuerlicher Untertan*innen Geldwerte zumaßen.
Konferenzteilnahme: Congreso Internacional Familias y cambio (Albacete, 08. 05. 2025) histórico
Im Rahmen der Konferenz "Congreso Internacional Familias y cambio histórico. Dinámicas relacionales y transformaciones sociales. Una perspectiva global" präsentierten Claudia Rapberger und Florian Andretsch Ergebnisse ihrer Arbeiten in einem Panel zur Vormundschaft.Claudia Rapberger konzentrierte sich in ihrem Vortrag "Widowhood and Guardianship. The economic activities of noble widows as guardians in early modern Austria" auf die die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Witwen als Vormundinnen anhand von zwei Fallbeispielen. Florian Andretsch behandelte in seinem Vortrag "Guardianship in service of the lineage? Agnates as guardians in the Austrian aristocracy, 17th and 18th centuries" Fälle, in denen nicht Mütter, sondern die männlichen Verwandten jung verstorbener Männer die Vormundschaft für deren Kinder übernahmen.

Foto © Florian Andretsch

Foto © Claudia Rapberger
Konferenzteilnahme: European Social Science History Conference (Leiden, 26. 03. 2025)
Auch 2025 hat das Projektteam wieder an der European Social Science History Conference teilgenommen. Die Veranstaltung mit über 1.500 Teilnehmer*innen fand dieses Mal in Leiden statt. Im Rahmen des Panels "Regimes and Responsibilities in the House. Gender-Specific Practices in Various Social Contexts" behandelte Florian Andretsch in seinem Vortrag "The widow, the sickly heir and the prodigy. Succession and the Struggle to preserve an Austrian aristocratic household in times of war, debt and familial tensions in the mid-seventeenth century" anhand eines Fallbeispieles, wie innerhalb des österreichischen Adels offizielle Regelungen der Nachfolge auf der Basis von pragmatischen Erwägungen um das Wohl des "Hauses" umgangen werden konnten. Claudia Rapberger analysierte in ihrem Beitrag "Sibling Cooperation through Positioning and Intertwining: 'Household(-ing)' as a Relational Practice among Noble Sisters and Brothers in the Early Modern Period" Formen der Kooperation, mit denen adelige Frauen Brüder aus ihrer Herkunftsfamilie unterstützten, oft ebenfalls mit dem Hintergedanken, das "Haus" zu erhalten.
Kürzlich erschienen:
Florian Andretsch, Noble fideicommissa in the Archduchies of Upper and Lower Austria. On the spread, use and regulation of an aristocratic legal institution in the western Habsburg Empire (17th–18th centuries), in: Maria de Lurdes Rosa (Hg.), Privilege, memory and perpetuity: Entails and entailment in Europe, ca. 1300–1800 (Coimbra 2024), online unter: <https://monographs.uc.pt/iuc/catalog/book/468>.
Abstract: Fidei commissa were an important legal institution for the nobilities of the Austrian Habsburg Empire. This paper examines their spread, use and regulation in the Archduchies of Upper and Lower Austria during the early modern period, contextualized with information on nearby regions. The investigation is based on literature written by historians since the nineteenth century as well as archival sources. Fidei commissa were most frequently established by higher nobles in core realms of the empire between about 1650 and 1750. Their main use was to promote perpetual male primogeniture. Political authorities did not set many regulations until the mid-eighteenth century. Thereafter, measures were taken to impede the further spread of fidei commissa and to weaken the institution.
Das Projekt geht in die zweite Runde!
Mit dem 1. Oktober 2024 beginnt das Nachfolgeprojekt, welches an das gleichnamige "Adelige Geschwister"-Projekt anschließt. Die neue Laufzeit ist bis September 2026 anberaumt. Weiterführende Informationen zu den neuen Projektzielen sind hier zu finden. Wir freuen uns sehr über die Verlängerung!
Workshop: "Damenwirtschaft. Adelige Frauen als ökonomische Akteurinnen im späten Mittelalter und der Neuzeit"
Am 12. und 13. September 2024 wurde der Workshop "Damenwirtschaft. Adelige Frauen als ökonomische Akteurinnen im späten Mittelalter und der Neuzeit", welcher im Rahmen des Projekts organisiert wurde, an der Universität Wien abgehalten. 20 Historiker*innen aus drei Ländern setzten sich mit der Frage auseinander, wie Adelsfrauen als Wirtschafterinnen tätig werden konnten und wie sie ihre ökonomischen Handlungsspielräume nutzten. Anlass gab Forschung der letzten Jahre, welche häufig aufzeigt, dass Frauen im adeligen Wirtschaftsleben des Mittelalters und der Neuzeit durchaus integriert waren. Dabei wird häufig betont, dass Adelsfrauen als Erbinnen in (oft sohnlosen) Adelsfamilien, als Vormünder minderjähriger Kinder sowie als Stellvertreterinnen ihrer Ehemänner bzw. als Mitverwalterinnen von ihren Gütern viel Entscheidungsmacht haben konnten und diese aktiv nutzten. Im Rahmen des Workshops wurden diese Befunde vertieft und zahlreiche weitere Konstellationen beleuchtet, in denen Adelsfrauen als ökonomischen Akteurinnen eine wichtige Rolle zukommen konnte: als Agentinnen von Geschwistern, als Mitgliedern wohltätiger Vereine, als Gläubigerinnen, als Erblasserinnen, als Krisenmanagerinnen. Die zwölf Vorträge des Workshops deckten einen Zeitraum von 500 Jahren vom 15. bis zum 19. Jahrhundert ab. Viele der vorgestellten Studien beschäftigten sich mit Adeligen aus dem Gebiet des heutigen Österreichs, andere Beiträge behandelten Eliten in Deutschland, der Schweiz, Italien, Dänemark und England .

Vortrag: Adelige Geschwister in der Lehre
Am 11. Dezember 2023 und am 15. Jänner 2024 präsentierten Claudia Rapberger und Florian Andretsch erneut ihre Teilprojekte in zwei Lehrveranstaltungseinheiten (070045 UE Proposal-Workshop; 070226 UE Quellengattungen, qualitative und quantitative Methoden) und diskutierten mit Studierenden über Themenfindung, Methodologie und Quellenkritik.
Blog post: fernetzt, Claudia Rapberger

Blog post: fernetzt, Claudia Rapberger
Claudia Rapberger wrote a blog post for "fernetzt - Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte".
Briefe adeliger Frauen aus der Frühen Neuzeit berichten mitten aus ihrem Alltagsleben. Oder etwa nicht? Die Quellen beziehen sich häufig auf sehr spezifische Situationen, die sich erst durch die Rekonstruktion der komplexen Lebenswirklichkeiten ihrer Verfasserinnen erschließen lassen.
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Internationale Konferenz: Pass On. Generational transfers of wealth from the 16th to the 20th century, Freie Universität Bozen 26.-28. Okt. 2023

Internationale Konferenz: Pass On. Generational transfers of wealth from the 16th to the 20th century, Freie Universität Bozen 26.-28. Okt. 2023
Seit in den letzten Jahren die Debatte um soziale Ungleichheit wieder verstärkt geführt wird, hat die Frage nach der Übertragung von Vermögen von einer Generation auf die nächste neue Brisanz erhalten. Vor allem das Vererben und Erben hat als gesellschaftsrelevantes Thema an Aktualität gewonnen und wird auch in den Geschichtswissenschaften intensiv diskutiert.
Die Tagung greift diesen Diskussionsstrang auf und geht davon aus, dass der Zugriff auf und die Verfügung über Besitz und Vermögen grundlegende Faktoren der ökonomischen und sozialen Positionierung waren. Diese Positionierungen, die damit verbundenen Chancen und Perspektiven, aber auch Beschränkungen, Lasten und Verpflichtungen wurden zu einem großen Teil innerfamiliär weitergegeben. Generationelle Vermögensübertragungen waren daher keine privaten Transaktionen, sondern sie waren politisch und rechtlich umrahmt und haben die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, insbesondere auch die Geschlechterverhältnisse wesentlich mitgeprägt.
Die Tagung stellt die rechtlichen und praktischen Implikationen von generationellen Vermögenstransfers in den Mittelpunkt und erweitert den Blick in mehrfacher Hinsicht: Erstens interessieren sämtliche Formen von generationeller Vermögensübertragung: Vererbung, Übergabe inter vivos, Schenkung Vererbung ab intestato oder mittels Testament, Übertragung von Nutzungsrechten, Leitungsfunktionen, Vormundschaften, Pacht- und Lehensverhältnissen, aber auch innerfamiliäre Käufe und Verkäufe. Das Augenmerk liegt auf die verschiedenen Vermögensarten, die von einem Gebetbuch oder Schmuck, über Häuser/Höfe und Landbesitz bis hin zu Fideikommissen und ganzen Territorien reichen. Von besonderem Interesse ist das Zusammenspiel verschiedener generationeller Transfermodi.
Die Weitergabe von Vermögen zwischen den Generationen betrifft und modelliert nicht nur das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, sondern auch das Verhältnis unter Geschwistern. Daher ist zweitens nach Konkurrenzen und Allianzen sowie nach der Verflechtung von vertikalen und horizontalen Logiken und den damit zusammenhängenden Familienkonfigurationen zu fragen. Hinzu kommt drittens, dass das Erbrecht in einem spezifischen Zusammenhang zum jeweiligen Ehegüterrecht steht, das mitberücksichtigt werden muss, um innerfamiliäre Vermögensübertragungen in ihrer Komplexität zu verstehen.
Neben den rechtlichen Grundlagen, die je nach Vermögenssorte differieren konnten, richtet sich der Fokus auf die in den Familien umgesetzten Praktiken und Strategien. Um Vermögen übertragen zu können, musste man die Verfügungsmacht darüber haben und diese war sehr oft umstritten. Auch nicht geglückte Vermögenübertragungen können Thema sein ebenso wie Konflikte, Anfechtungen und Vergleiche. Das Ausloten von Handlungsrepertoires und von Konfliktpotenzial macht ebenso wie tatsächlich ausgetragene Konflikten und die Suche nach Lösungsstrategien soziale und lebensweltliche Logiken sowie Handlungsräume von historischen Akteuren sichtbar.
Programm (PDF)
Workshop: Haushalten mit Verwandtschaft an der Leibniz Universität Hannover, 12.-14. Oktober 2023
Florian Andretsch und Claudia Rapberger nahmen an dem Abschluss Workshop "Haushalten mit Verwandtschaft" an der Leibniz Universität Hannover teil. Der Workshop war die abschliesende Veranstaltung des FWF-Priojektes "Vermögen als Medium der Herstellung von Verwandtschaftsräumen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert" und wurde von Margareth Lanzinger, Janine Maegraith und Matthias Donabaum organisiert und gemeinsam mit der Kooperationspartnerin Michaela Hohkamp veranstaltet.
Konferenz: ESTER Research Design Course 2023
Von 25. bis 27. September 2023 fand der jährliche Research Design Course der European graduate School for Training in Economic and Social Historical Research (ESTER) an der Universität Wien statt. Die Konferenz wurde vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, an dem das Projekt verortet ist, mitorganisiert. Claudia Rapberger nahm an allen Programmpunkten der Veranstaltung teil und präsentierte als PhD-Kandidatin ihr Forschungsprojekt.
Konferenz: 54. Deutscher Historikertag
Vom 19. bis zum 22. September 2023 fand in Leipzig der 54. Deutsche Historikertag statt. Florian Andretsch besuchte die Koferenz und partizipierte im Rahmen des Panels "Fragile Finanzen. Dynastien, Schulden und Krisenmanagerinnen in der Frühen Neuzeit" als Vortragender. In seinem Vortrag "Strafe oder Rettungsaktion? Der staatliche und familiale Umgang mit der Insolvenz eines niederösterreichischen Adelshauses am Vorabend des Reformzeitalters" beschäftige er sich erneut mit der Insolvenz der Grafen von Lamberg-Sprinzenstein um die Mitte des 18. Jahrhunderts, diesmal mit einem Fokus auf die Rolle von mütterlichem Vermögen für die Versorgung adeliger Kinder in Zeiten der Schuldenkrise.

Konferenz: VINCULUM Project Scientific Meeting
Am 6. und 7. Juli 2023 fand in Ponte de Lima (Portugal) das internationale "Scientific Meeting" des ERC-finanzierten Forschungsprojekt "VINCULUM. Entailing Perpetuity: Family, Power, Identity. The Social Agency of a Corporate Body (Southern Europe, 14th-17th Centuries)" statt. Zwölf Vortragende aus fünf Ländern tauschten sich über verschiedene Formen der Güterbindung (Fideikommiss, entail, mayorazgo, morgado) im Europa des Spätmittelalters und der Neuzeit aus. Margareth Lanzinger ging in ihrem Vortrag "Entail in Austrian contexts: Spanish heritage – differentiated property strategy?" auf verschiedene Forschungsperspektiven zum Fideikommiss in den österreichischen Ländern und anderen Teilen des deutschsprachigen Raums ein. Florian Andretsch demonstrierte in seinem Vortrag "What could go wrong? The struggle of three Austrian aristocrats to save their family’s new 'Majorat' from war, debt and confident widows in the mid-17th century", dass Güterbindungen aufgrund von wirtschaftlichen Problemen bisweilen modifiziert werden mussten und dass Adelswitwen, die energisch ihre finanziellen Ansprüche verteidigten und durchsetzten , dabei zentrale Akteur*innen sein konnten.

Konferenz-Panel: ESSHC
Florian Andretsch und Claudia Rapberger nahmen im Rahmen zweier Panels an der European Social Science History Conference (ESSHC) 2023 in Göteborg teil und präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Projekt.
Panel ESSHC 2023: Sibling Relations 1: Early Modern Noble Siblings. Situational Configurations between Alliance and Conflict
Siglinde Clementi: Noble Sibling Relations in the Step Constellation. Tyrol, 16th and 17th Centuries
Liesbeth Geevers: Runt of the Litter: Archduke Charles "the Posthumous" and his Many Older Siblings
Claudia Rapberger: Noble Sisters in their Correspondences in 17th Century Austria
Panel ESSHC 2023: Sibling Relations 2: Modes of Sharing - Siblinghood at the Turn of the Modern Era
Florian Andretsch: Non-partitioned Patrimonies Sharing Lower and Upper Austrian Noble Lordships in Fraternal Community, ca. 1600
Stefani Engelstein: Sibling Structures: Nation, State, and Family
Sophie Ruppel: Sharing Knowledge: Brothers in Science around 1800
Charlotte Zweynert: Shared Economies. Sibling Households of Writers around 1800
Workshop: Dissertant*innentagung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte
Am 27. und 28. Februar 2023 fand an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) die jährliche Dissertant*innentagung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte statt, innerhalb welcher acht Doktorand*innen aus unterschiedlichen Gebieten der Geschichts- und Sozialwissenschaften ihre Dissertationsvorhaben in Papers und Referaten präsentierten und diskutieren. Florian Andretsch beteiligte sich an der Veranstaltung als Vortragender, er stellte seine Vorgehensweise im quantitativen Abschnitt seines Forschungsvorhabens vor und diskutierte sie mit Experten und Peers.
Vortrag: Adelige Geschwister in der Lehre
Am 8. November und 5. Dezember 2022 präsentierten Florian Andretsch und Claudia Rapberger ihre Teilprojekte, deren methodischen und theoretischen Ansätze sowie Hintergrundwissen über Verwandtschaft- und Familie im österreichischen Adel in zwei Lehrveranstaltungseinheiten (070008 UE Methodenkurs; 070020 UE Quellengattungen, qualitative und quantitative Methoden). Dabei diskutierten sie mit den Studierenden, wie man am besten ein Thema für ein Forschungsvorhaben ermittelt, mit welchen Methodologien man sich Forschungsfragen annähern kann und welche Erkenntnisse aus bestimmten Quellengattungen gewonnen werden können.
Workshop: "Debt. The Good, the Bad and the Hidden. Bringing Family, Kin, Commerce and Consumption Debts Together"
Vom 15. bis zum 17. September 2022 fand der internationale Workshop "Debt. The Good, the Bad and the Hidden. Bringing Family, Kin, Commerce and Consumption Debts Together" statt, welcher im Rahmen des FWF-Projekts "Vermögen als Medium der Herstellung von Verwandtschaftsräumen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert" organisiert wurde. An der Veranstaltung nahmen 14 Vortragende aus sieben Ländern teil, in ihren Beiträgen wurden neuzeitliche Praktiken der Kreditvergabe und Schuldrückzahlung in der Frühen Neuzeit anlysiert und diskutiert. Florian Andretsch beteiligte sich als Vortragender, sein Beitrag "Punishment or Bailout? The Gouvernmental and Familial Management of a Lower Austrian Noble House's Bankruptcy at the Eve of the Reform Era" beschäftigte sich mit der Insolvenz der niederösterreichischen Grafenfamilie Lamberg-Sprinzenstein in den 1730ern, ihren Ursachen und ihren Folgen. Claudia Rapberger fungierte als Chair für das zweite Panel des Workshops und fasste die Veranstaltung in einem Beitrag für H-Soz-Kult zusammen.
Tagungsbericht, Claudia Rapberger (H-Soz-Kult)

Workshop: Doktorand*Innen Workshop 16-06.-18.06.2022
Der Doktorand*Innen Workshop wurde gemeinsam mit der Kooperationspartnerin Michaela Hohkamp veranstaltet. Die Teilnehmer*Innen präsentierten ihre Dissertationsthemen und erläuterten die aktuellen Ausgangslagen ihres Arbeitsprozesses. Im gemeinsamen Austausch konnte vor allem auf die dabei entstehenden Probleme eingegangen sowie Lösungsansätze und weiterführende Konzepte erarbeitet werden.
Im Rahmen des Workshops nahmen die Teilnehmer*Innen zudem an Charlotte Zweynerts Vortrag teil, in welchem sie ihre ihre Dissertation „Das Haus der Schreiberin: Anna Louisa Karsch (1722–1791), Caroline Luise von Klencke (um 1750–1802) und Helmina von Chézy (1783–1856). Geschlechterökonomien und Vermögen in der Transformationsphase um 1800“ vorstellte.
Den Abschluss bildete eine Plenumskiskussion, die von Hannah Elmer geleitet wurde.

Medienbericht: "Die Presse" schreibt über das Projekt
Am 26. Februar erschien in der Presse ein Bericht von Mariele Schulze Bernt über das FWF-Projekt "Adelige Geschwister: Vermögen und soziale Konfigurationen". In dem Artikel wird das Projekt vorgestellt und einige wichtige Aspekte der Forschungsfragen angesprochen. Das Projekt wurde somit einem neuen Publikum zugänglich gemacht.
Konferenz: ESTER Research Design Course 2021
Vom 15. bis zum 17. Oktober 2021 fand in Lissabon der jährliche Research Design Course der European graduate School for Training in Economic and Social Historical Research (ESTER) statt. Florian Andretsch präsentierte im Rahmen der Veranstaltung sein Dissertationsvorhaben und diskutierte seine Ansätzen mit Expert*innen und Peers.

